Pferde sind seit meiner Kindheit meine grosse Leidenschaft. Mit zwölf Jahren bekam ich mein erstes eigenes Pferd. Mit meiner Freibergerstute Kathja ging ich durch meine Teenagerjahre, und sie bedeutete mir alles. Sie war Freundin, Zuhörerin und treue Begleiterin. Sie hatte immer Zeit für mich, nahm mich so, wie ich war, stellte keine Anforderungen und begleitete mich auf unzähligen rasanten Galoppritten. Alles, was wir gemeinsam erlebt haben, hat unsere Verbindung gestärkt und unsere Beziehung immer tiefer werden lassen.
Heute, knapp 30 Jahre später, fasziniert mich das Wesen Pferd noch immer. Besonders beeindruckt mich ihre Fähigkeit, jeden Menschen vorbehaltlos anzunehmen. Tag für Tag schenken sie uns ihr Vertrauen und lassen sich auf uns ein – unabhängig davon, wer wir sind oder was uns beschäftigt.
Seit meinem 20. Lebensjahr nehme ich Reitunterricht bei Vroni Kernen (ehemals «Die kleine Hofreitschule»). Während eines Praktikums bei ihr durfte ich viel über die unterschiedlichsten Pferdetypen sowie deren Stärken und Herausforderungen lernen. Dabei wurde mir bewusst, wie wichtig eine echte Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd ist. Fairness, gegenseitiger Respekt und gemeinsame Ziele bilden die Grundlage für jede erfolgreiche Zusammenarbeit. Nur wenn beide Freude an der Arbeit haben und bereit sind, sich aufeinander einzulassen, entsteht etwas Besonderes.
Zusätzlich absolvierte ich einen Parelli-Kurs bei Berni Zambail, nahm Reitstunden bei Martin Bieli und besuchte zahlreiche Kurse in Bodenarbeit und Zirkuslektionen. Ausserdem schloss ich das Reit- und Fahrbrevet ab. Das meiste über Pferde habe ich jedoch von meinen eigenen Vierbeinern gelernt – während unzähliger Stunden auf der Weide beim Beobachten der Herde oder beim Hinterfragen meines eigenen Verhaltens, wenn eine Übung oder ein Seitengang einfach nicht gelingen wollte.
Im Jahr 2011 zogen mein Mann und ich gemeinsam mit meinen beiden Pferden auf den Eichhof. Die Bauernfamilie Brunner gab mir die Möglichkeit, meine kleine Zweierherde schrittweise zu einer Herde von sechs Pferden auszubauen. Mit der Zeit wuchsen wir weiter und betreuten zuletzt acht Pensionspferde, drei Sichtungspferde sowie zwei eigene Pferde. Während der vergangenen 15 Jahre leitete ich den gesamten Pferdebereich und setzte mich stets dafür ein, aus den vorhandenen Möglichkeiten das Beste für Pferde und Menschen herauszuholen.
Inzwischen durften wir weiterziehen und einen Teil des Hofes meines Bruders pachten. Der Stall und die Herde sind zwar kleiner geworden, meine Aufgabe ist jedoch dieselbe geblieben: Ich bin weiterhin verantwortlich für Stallmanagement, Haltung und Gesundheit der Pferde und begleite ihre Besitzerinnen und Besitzer mit Freude und Engagement.
Der Wunsch, Menschen und Pferde zusammenzubringen, begleitet mich bereits seit meinem 20. Lebensjahr. Durch die Zusammenarbeit mit Simone und Sichtung durfte dieser Wunsch vor einigen Jahren Wirklichkeit werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass Mensch und Pferd einander viel zu geben haben und dass eine Begegnung auf Augenhöhe möglich und wertvoll ist. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als einen klaren Gedanken zu fassen und zu erleben, wie mein Pferd ihn unmittelbar aufnimmt und umsetzt – ganz ohne Worte und ohne sichtbare Hilfengebung.

Damira